“Blogbeiträge schreiben braucht viel Zeit und ergibt im schlimmsten Fall keine Kommentare somit verlagert sich immer mehr auf Social Media. Lohnt sich denn da ein Blog überhaupt noch?“

Das ist eine Frage, die mir in letzter Zeit immer öfters gestellt wird. Unter meinen Geschäftspartnern ist diese Frage momentan hoch im Kurs. Hier wird oftmals der Blog mit Social Media verglichen, was einen absoluten Fehler ist, weil wir nicht Äpfel mit Birnen vergleichen können und daraus ein produktives Resultat ableiten können.

Vorab: JA, ein Blog lohnt sich noch immer. In diesem Artikel erkläre ich dir auch warum.

     

    Worin unterscheiden sich ein Blog und Social Media?

    Social Media und Blogs werden oft in den gleichen Topf geworfen, dabei handelt es sich um zwei sehr unterschiedliche Medien. Okay, beides findet im Internet statt und über beide online Medien kannst du Inhalte teilen. Dennoch gibt es doch grosse Unterschiede. Diese teilen wir in folgende Punkte auf:

    • Aufmerksamkeit der Zielgruppe
    • Gestaltungsfreiheit, Datenhoheit und Branding
    • Art und Aufbereitung der Texte
    • Kosten und technischer Wartungsaufwand

    Wie sich diese Punkt unterscheiden und was darunter zu verstehen ist, erkläre ich für die beiden Medien hier im Detail:

     

    Social Media

    • Die Spielregeln macht jemand anders: jedes Social Network hat einen Newsfeed, der mehr oder weniger selbst entscheidet welche Inhalte gezeigt werden, die du veröffentlichst, an alle User ausspielt. Du musst dich an die Spielregeln und Vorlieben des Netzwerks halten, damit du die grösstmögliche Aufmerksamkeit bekommst. Das Problem: diese Spielregeln können sich ändern (was auch wöchentlich vorkommt) und wenn du dich nicht daran hältst, dann kann es sogar so weit kommen, dass im schlimmsten Fall dein Account gesperrt wird.
    • kurzlebig: Ein Posting, das du heute veröffentlichst, ist ein paar Tage später oft schon wieder vergessen. Das heisst, du steckst viel Arbeit und Mühe in deine Postings (klar, schlechten Content will niemand sehen), die nur wenige Stunden Aufmerksamkeit bekommen.
    • auf kurze (nicht werbliche) Nachrichten ausgelegt: Lange Texte sind auf Social Networks kaum zu sehen, weil sie oft nicht gelesen werden. Die ideale Länge für Facebook Postings liegt bei 100 bis 119 Zeichen. Kaum der richtige Platz, um Vertrauen oder Beziehungen zu seiner Zielgruppe aufzubauen… Anders sieht das bei Blogs aus, wo längere Blogartikel oft mehr Reichweite bekommen.
    • kostenlos (Keine Hosting- und Wartungskosten): Facebook ist kostenlos. Jeder kann sich registrieren und sofort loslegen. Auch wenn böse Zungen behaupten, eine angemessene Reichweite bekommt man nur, wenn man in Anzeigen investiert, ist das nicht zwingend nötig. Bei Blogs sieht das anders aus: Zu Beginn muss in die technische Einrichtung eines Blogs investiert werden. Auch wenn man das selbst kann, sind laufend Hosting- und Domaingebühren zu zahlen.
    • (vergleichsweise) geringer Zeitaufwand: Wenn du einen monatlichen Redaktionsplan erstellst bzw. die Postings im Vorhinein einplanst, dann benötigst du nur noch Zeit für das Community Management. Beim Blog ist das meist anders: Die Erstellung eines Blogartikels ist meist Zeit aufwändiger, weil neben dem Verfassen oft auch recherchiert werden muss. Dazu kommt die Keyword Recherche für einen guten SEO optimierten Blogbeitrag.
    • Zielgruppengerecht ausliefern: vor allem das Social Network Facebook versteht es perfekt, Daten über seine eigenen Mitglieder zu sammeln. Auf keinem anderen Netzwerk kann man die User so zielgruppengerecht ansprechen und sogar einzelne Postings z.B. nur regional ausliefern.
    • Aufmerksamkeit der Zielgruppe: ist bei Social Media Kanälen eher gering – auf Facebook, Twitter & Co ist man einer unter vielen. Ein Posting wird immer nur isoliert gesehen, nie (oder selten) das ganze Angebot. Um auf ein Angebot hinzuweisen muss man es direkt darauf verlinken.

    Beachtest du all diese genannten Punkte, dann wird schnell klar: um seine Angebote zu kommunizieren, Vertrauen aufzubauen und eventuell sogar Kunden zu gewinnen eignen sich Social Media Kanäle nur bedingt. Aber sie sind perfekt für die Promotion der eigenen Angebote (oder Blogartikel) und um im Kopf der Leute zu bleiben und immer wieder auf sich aufmerksam zu machen.

     

    Blog

    • Die Oberhand hast du! Du kannst entscheiden worüber du bloggst und was die Leute als erstes sehen sollen, wenn sie auf deinen Blog kommen.
    • langlebig (Archiv): Blogbeiträge sind auch nach Jahren über Suchmaschinen auffindbar, was vor allem in Nischen praktisch ist und für regelmässigen Traffic sorgt. Ausserdem können Blogartikel in Archiven und Kategorien abgelegt und sortiert werden. Bei Social Media Kanälen ist das oft nicht möglich (mit Ausnahme von Pinterest) und Postings sind oft schon nach wenigen Stunden Schnee von gestern.
    • höhere Kosten & Wartungsaufwand: Einen Blog zu betreiben bedeutet nicht nur Texte schreiben. Auch die Plattform selbst muss gewartet werden – es stehen regelmässige Updates usw. an. Und auch laufende Ausgaben z.B. für Domain und Webspace fallen an. Auch wenn sich die in der Regel in Grenzen halten, müssen sie bedacht werden.
    • Grössere potenzielle Zielgruppe: Auch heute gibt es noch Leute, die (noch) nicht auf oder nicht mehr auf Facebook, Pinterest, Instagram & Co sind. Ein Blog machst du öffentlich, das heisst, es besteht die Chance eine grössere potenzielle Zielgruppe zu erreichen.
    • Datenhoheit: Wenn du in den Facebook Nutzungsbedingungen nachliest, musst du feststellen, dass Rechte für Bilder oder Texte, die auf Facebook gepostet werden, an Facebook abgegeben werden. Das ist nicht nur bei eigenem Content ärgerlich, sondern kann bei fremden Inhalten, die man teilen möchte (weil sie z.B. für die eigene Zielgruppe relevant sind) sogar zu rechtlichen Problemen führen.
      Anders ist das bei Inhalten, die auf dem eigenen Blog gepostet werden: hier musst du keine Rechte an andere abgeben (aber natürlich trotzdem das Urheberrecht fremder Inhalte beachten).
    • Branding: Bei den meisten Social Media Kanälen gibt es zwar die Möglichkeit, mit Profil- und Titelbild bzw. gebrandeten Grafiken das Branding des eigenen Unternehmens einzubauen. Sonst ist man allerdings relativ stark eingeschränkt: der Aufbau der Profile ist immer gleich.
      Blogs können viel besser an das eigene Corporate Design angepasst werden und gerade für Kreative und Coaches bedeutet das, dass sie ihre eigene Persönlichkeit viel besser einbringen können. Ausserdem erhöht das den Wiedererkennungswert!
    • Struktur der Texte: In Social Networks gilt die Devise „je kürzer, desto besser“. Auf Blogs kann man hingegen in die Tiefe gehen und ausführlichere Erklärungen schreiben. In Blogartikeln kommt es auf die Länge an. Das bietet sich für viele Textarten (wie z.B. Rezepte oder Ausführungen zu Studien) an bzw. ist auch notwendig.
    • Aufmerksamkeit der Zielgruppe: wenn du es geschafft hast, deinen Leser auf deinen Blog zu bekommen, dann betreibst du schon Kundenbindung, baust Vertrauen auf und lässt den Leser an deinem Know How teilhaben. Ausserdem ist die Wahrscheinlichkeit, einen User vom Leser zum Käufer zu machen, recht gross, z.B. über die Möglichkeit des Shops, die auf deinem Blog wahrscheinlicher ist als über ein Social Media Netzwerk.

     

    Anders als bei Social Media Kanälen musst du deine Blogartikel selbst unter die Leute bringen. Hast du es aber geschafft, einen User aus deiner Zielgruppe auf deinen Blog zu bekommen, hast du die ungeteilte Aufmerksamkeit und kannst mit Hilfe hochwertiger Artikel Vertrauen schaffen, eine Beziehung aufbauen und so neue Kunden gewinnen.

     

    Das Fazit

    Social Media und Blogs – beide haben Vor- und Nachteile. Wo du als Unternehmer deinen Schwerpunkt setzt, kommt also ganz auf deine Ziele an: möchtest du kurzfristige Aufmerksamkeit? Möchtest du mit deinen Lesern öfter aber kürzer in Kontakt treten? Schreibst du gerne lange Texte oder ist dir das Schreiben von Texten sowieso ein Dorn im Auge? Suchst du etwas, um neue Kunden zu generieren und Vertrauen aufzubauen?

    Die beste Lösung liegt in meinen Augen in einer Kombination von beidem: Den Blog für qualitativ hochwertige Inhalte zu nutzen, der die Kundenbindung verstärkt und den Beziehungsaufbau vorantreibt. Social Media hingegen können verwendet werden, um diese Inhalte unter die Leute zu bringen bzw. um sichtbar zu werden.